Was bedeutet der Name? Wer sind wir und Was tun wir? Was wollen wir erreichen? Drucken E-Mail
Geschrieben von: Bärbel   
Montag, 26. Januar 2009 um 00:51 Uhr

Was bedeutet der Name? Wer sind wir und Was tun wir? Was wollen wir erreichen?

 


Vielleicht zuerst die Antwort auf die letzte Frage:

Unser Ziel ist es zu erreichen, dass unsere Arbeit nicht mehr erforderlich ist. Das kein Opfer von loverboys(inzwischen auch lovergirls!) mehr unsere Hilfe benötigt.

 


Doch nun der Reihe nach:

 
Der Name entstammt ursprünglich dem Film “Dirty dancing”.Auch hier ging es um Verliebtsein, Lieben, Vertrauen und damit verbundenen Veränderungen im Leben eines jungen Mädchens.

Diese Veränderungen im Leben der heutigen Opfer von loverboys sind allerdings gravierender.

Sie bedeuten häufig ein Doppelleben zu führen, sich einem Mann aus einem anderen Kulturkreis , einer anderen Religion , unterzuordnen.

Das Zusammentreffen verschiedener Kulturen und Religionen kann- im normalen Leben- Menschen sehr viel Positives geben,in diesem Fall bedeutet es jedoch häufig : Zerstörung der Persönlichkeit eines Kindes, eines Mädchens, einer Frau.

Inzwischen handelt es sich bei loverboys längst nicht mehr nur um Marokkaner. Bekannt sind Aktivitäten von Jungen und jungen Männern aus den Niederlanden,Deutschland,Osteuropa und der Türkei,zwischenzeitlich sind aber fast alle Nationalitäten vertreten.

Wurde den jungen Mädchen vor einigen Jahren noch über Monate die “grosse Liebe”vorgespielt und sie wurden mit Geschenken verwöhnt, so kommen loverboys heute oft sehr schnell zu ihrem eigentlich Anliegen:

Mädchen durch Erpressung, Gewalt, Waffengewalt und Drogen zur Prostitution zu zwingen.

Häufig beginnen die ersten Kontakte bereits in den Schulen. Eigentlich kann jedoch jeder Ort als Treffpunkt von den oft in Gruppen auftretenden loverboys angesehen werden.In letzter Zeit wird aber immer mehr Kontakt per Internet und Hyves aufgenommen.

Während die Mädchen anfangs noch zu Hause leben, zur Schule gehen und ein “nach aussen hin” normales Leben führen, versuchen die loverboys die Mädchen den Freunden zu entfremden,sie dem Einfluss der Eltern zu entziehen und sie somit von sich total abhängig zu machen.Abhängig meint damit tatsächlich :die Mädchen haben häufig keinen eigenen und frei gewählten Lebensraum,keine freien Gedanken (oft durch Drogen zerstört) , kein Vertrauen und keinen eigenen Willen mehr.
Sie sind Opfer! Opfer von loverboys.Opfer von Menschen die in den Niederlanden inzwischen auch immer wieder als Sexterroristen bezeichnet werden!

 

WER SIND WIR und WAS TUN WIR?

 


WIR sind eine private Stiftung die ihren Sitz in den Niederlanden hat. Sie wurde durch Anita de WIT,deren Tochter Angelique als 15-jährige Opfer von loverboys wurde, und anderen Eltern von loverboy-Opfern 2007 ,gegründet.

WIR , dass sind

Opfer (hier wird bewusst das Wort EHEMALIGE Opfer vermieden) von loverboys,

Eltern von Opfern,

Familienangehörige von Opfern

sowie deutsche und niederländische Eltern vermisster (oder ehemals vermisster)Mädchen.
Nicht immer ist dabei klar ob diese Mädchen auch Opfer von loverboys waren, da sie häufig erst nach Jahren sowie langen Therapien über ihre Erlebnisse sprechen können.

Ohne staatliche Unterstützung, aber im Zusammenwirken mit zuständigen Polizeieinrichtungen, staatlichen Hilfsorganisationen und anderen Fachkräften,versuchen wir durch Gespräche mit den noch in der Prostitution arbeitenden Mädchen deren Vertrauen zu gewinnen und ihnen zu helfen.

 
Durch Gespräche den Eltern zu sagen und zu zeigen, dass sie mit den fast unerträglichen Gefühlen, ihren Ängsten und ihrer Hilflosigkeit nicht allein sind. Hierzu haben wir Gesprächskreise für Eltern und Angehörige in verschiedenen Städten eingerichtet.

Wir bringen die Mädchen,die heute noch in der Prostitution arbeiten, auf FREIWILLIGER Basis an unbekannte, gesicherte Orte und lassen sie dort von Fachkräften unterstützt, zu sich selbst finden, eine eigene Persönlichkeit und Stärke entwickeln, lernen ihre Scham zu vergessen und  hoffentlich auch irgendwann wieder ein lebenswertes Leben zu führen und sogar wieder Spass zu haben.

Hierbei muss man verstehen, dass minderjährige Opfer von loverboys in den Niederlanden zu ihrer eigenen Sicherheit oft in Strafanstalten untergebracht werden, während die Täter weiter frei handeln können


Vielleicht ergänzend die Frage, warum entwickeln wir jetzt auch ein Konzept für Deutschland?

Die Antwort ist ganz einfach: loverboys halten sich nicht an Ländergrenzen. So wissen wir mit Sicherheit, dass viele niederländische Opfer in Deutschland arbeiten müssen (aber auch in Belgien, Italien, Frankreich und Spanien) aber auch deutsche Opfer in Holland der Zwangs-prostitution nachgehen .

Wir machen durch Kontakte mit Medien in den Niederlanden und Deutschland auf die Problematik aber auch auf unseren Einsatz, aufmerksam.

Häufig ëntstanden und entstehen Kontakte innerhalb der Stiftung über die in den Niederlanden sehr bekannte und beliebte Fernsehsendung “vermist”

In der Redaktion wird mit sehr Einfühlungsvermögen immer wieder auf die Loverboyproblematik

hingewiesen ,und Eltern vermisster Mädchen werden dort in auffallend menschlicher und per-sönlicher Weise betreut. Da in der Redaktion auch deutsch gesprochen wird, ist dies sicher auch für deutsche Eltern eine verständnisvolle Anlaufstelle in der mit Sicherheit schwierigsten Situation ihres Lebens.

 
Zwischenzeitlich gibt es aber auch unsererseits erste Kontakte mit dem deutschen Fernsehen. So wurde kürzlich im ZDF-Mona Lisa- erstmals über loverboys berichtet.(Ausstrahlung am 7.12.2008,   Klick hier um die Ausstrahlung zu sehen

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 21. März 2009 um 15:05 Uhr